Fallbeispiele
 

MANAGEMENT VON TAGESBAUSTELLEN AUF AUTOBAHNEN

IT-System zum Management und zur zentralen Koordination des Ablaufs von Tagesbaustellen auf den Autobahnen in Bayern.

Ausgangssituation

Die Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern koordiniert über die Autobahndirektionen Nord- und Südbayern das Baustellengeschehen auf den Autobahnen in Bayern. Insbesondere die jährlich ca. 20.000 Verkehrseingriffe durch Tagesbaustellen führen immer wieder zu spontanen Verkehrsproblemen.

Um die geplanten und aktiven Tagesbaustellen bayernweit besser koordinieren zu können, wurde 2002 die Einführung eines zentralen IT-Systems für Baustellenmanagement beschlossen. Das System sollte den beteiligten Dienststellen (Autobahndirektionen und Autobahnmeistereien) per Web-Zugriff zur Verfügung stehen.

Aufgabenstellung

Es sollte eine Web-Applikation entwickelt werden, die den gesamten Prozess des Baustellengeschehens von der Bedarfsplanung über den aktuellen Status der Durchführung bis zur rechtssicheren Archivierung abbildet. Die Erfassung und Pflege der Baustellendaten sollte dabei dezentral in den ca. 60 zuständigen Autobahnmeistereien erfolgen, die Koordination der Baustellen für die Bereiche Nord- und Südbayern jeweils zentral.

Um bei der Planung und Durchführung jederzeit die aktuelle bzw. zu erwartende Verkehrssituation berücksichtigen zu können, sollten die Verkehrsdaten aus den Dauerzählstellen des Autobahnnetzes in den Prozess einbezogen werden. Besonderes Augenmerk galt der Optimierung  der Applikationsergonomie, um den Autobahnmeistereien und Koordinatoren die Arbeit im Tagesgeschäft zu erleichtern. 

Umsetzung

Es wurde eine datenbankgestütze Web-Applikation in ASP.net realisiert, die sämtliche gestellten Anforderungen erfüllt und seit 2003 im Praxisbetrieb ist. Das System verfügt über mehrere OKSTRA-konforme Webservice-Schnittstellen zur Kommunikation mit anderen Systemen der Obersten Baubehörde.

Knorr & Partner war für die Konzeption, Realisierung und das begleitende Projektmangement verantwortlich. Das System wurde seither massiv weiterentwickelt und verfügt mittlerweile (Stand Ende 2009) über einen Fundus von mehr 200.000 dokumentierten Verkehrseingriffen durch Tagesbaustellen, die intensiv für Analyse- und Optimierungszwecke genutzt werden. Bayern verfügt damit über einen der umfangreichsten Bestände an auswertbaren Baustellendaten aller Bundesländer.

Die landesweite Freigabe des Baustellenmanagementsystem im Jahre 2005 stieß auf reges öffentliches Interesse. In diversen Medien wurde eingehend berichtet.

Mehrwert für die Straßenbauverwaltung

Mit Hilfe des Baustellenmangementsystems läßt sich der Koordinationsprozess für Tagesbaustellen besser auf die Verkehrssituation abstimmen, da alle relevanten Daten - einschließlich des Verkehrsaufkommens - an zentraler Stelle zur optimalen Koordination verfügbar sind.

Zwar werden sich Staus angesichts der heutigen Verkehrsdichte nie ganz vermeiden lassen. Die bereichsübergreifende Koordination basierend auf aktuellen Verkehrsdaten ermöglicht eine bedarfsgerechte Durchführung der notwendigen Servicemaßnahmen, trotz stetig steigendem Verkehrsaufkommen.

Durch das Baustellenmanagementsystem steht der bayerischen Straßenbauverwaltung ein Werkzeug zur Verfügung, das aufgrund seiner modernen Architektur  bestens gerüstet ist, die Tagesbaustellen auf bayerischen Straßen über viele Jahre hinweg lückenlos zu dokumentieren.